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Dante und die Sterne von Almagest

 

Die 750-Jahr-Jubiläum der Geburt des Dichters (Florenz 1265 - Ravenna 1321)

 

von Paola Ircani Menichini

 

Dante Alighieri liebte die Astronomie 1. Seinem Meister war Brunetto Latini, von dem Buch Das Schatz lernte er, was möglich war, um die Wissenschaft seiner Zeit zu kennen. Er kannte um die Studie von Guido Bonatti, ein hervorragender Astronom und Autor von "Liber decem continens tractatus astronomiae". Er war auch ein Freund und Rivale des Gelehrten Francesco Stabili - Spitznamen Cecco d'Ascoli -, dessen Fehlern um die Astrologie und Magie er nicht beteiligte.

Auch seine Stadt, Florenz, überchätzte und eifrig kultivierte das Studium der Astronomie. In dieser Zeit hatte Florentiner eine starke Interesse für Mathematik und Physik. Leonardo Fibonacci aus Pisa, zwischen 1202 und 1228 in Italien und in Europa verbreitete Elemente der Algebra. Im Jahre 1230 erschien, übersetzt aus dem Arabischen ins Lateinische, die wichtige Arbeit von Claudius Ptolemäus 'Almagest, die später von König Alfons X. von Kastilien (die "Tafeln Alfonsine" 1256) wurde perfektioniert und durch das Kompendium "De Sphaere Mundi ", Johann Regiomontanus (John of Holywood British) verbreitet wurde.

Dante folgte immer dem Almagest, als er über den geliebten Wissenschaft sprach. Er nahm die Vision des Himmels, die Idee von der Kugelgestalt der Erde, und verließ die irrationaleren Theorien und weniger tief so wie die Beziehungen der Sterne mit den schlechten menschlichen Tatsachen. Für die Sterne hatte so viel Sympathie, und mit Ihnen die Göttlichen Komödie schloß. Mit Ovidio fühlte er wie Gott wirklich dem Mann eine erhabene Aussehen gegeben und Ihm verhängt hatte, den Himmel zu bewundern und die Stirne am Firmament zu wenden. Da die Sterne das Lied der schönsten von allen sind, erforschte beschrieb er sie und sie durch seine außerordentliche poetische Reise.

So begann er seinen wunderbar Aufstieg in den Fegefeuer, den er in einem Berg bei den Antipoden von Jerusalem platzierte. Damals dachte man die heilige Stadt im Zentrum der Oberfläche der Erde stand nach Ptolemäus, bei 31 ° 40 'nördlicher Breite. Fegefeuer war statt in südlicher Breite in der selben Meridian und Horizont. So - schreibt der Dichter – über zwei Personen auf gegenüberliegenden Seiten gelegen und in der selben Weise orientierten, die Ekliptik (der scheinbare Weg der Sonne in einem Jahr), so antithetisch gedacht hätte:

 

"Bedenke nur, wenn dich dies Wort verwirrt,

Daß dieser Berg mit Zions heil’gen Höhen

Begränzt von einem Horizonte wird,

Doch Beid’ auf andern Hemisphären stehen;

Die Bahn, die Phaëton, der Thor, durchreist,

Ist drum von hier zur linken Hand zu sehen,

Indeß sie dorten sich zur rechten weist –

So hoff’ ich denn, daß du zur klaren Kenntniß,

Wenn du wohl aufgemerkt, gefördert seist" 2.

 

Mit erhabenen Versen - " Des Saphirs holde Farbe " 3 – beginnt der Aufstieg. Gegenüber dem Ost sieht der Dichter das Sternbild der Fische steigen. Es zeigt die Sternzeit XVII am 7. April im Meridian des Fegefeuers nach dem equinoctial Punkt im Jahr 1300 und nach der Position der Sonne beim Sonnenuntergang. Dann dreht Dante sich nach rechts und er schaut den Südpol an. Vier herrliche Sterne leuchten im Westen des Meridians: das Kreuz des Südens, das nach dem Almagest unter dem Bauch und am Fuße des Centaurs war. Heute schaut man bis zu 27 parallel Norden an und es ist die südliche Gegenstück des Bärengruppes borealis (Ursa Major). Dante kannte seine Position; er wendet seine Augen nach Norden und beachtet, dass der Bärengruppe – der sichtbar zwischen dem VIII und XIV Sternzeit im Fegefeuer ist - am siebzehnten Stunde nicht mehr sichtbar ist.

Zu Beginn des neuntes Gesangs, erinnert der Dichter auch an die Morgendämmerung des Monds, der "die Thithons Buhlerin" war, und "Von weißem Licht im Orient verbreitetet." Wir sind immer in dem südlichen Teil der Erde und unter den glitzernden Juwelen der Krone in Form der Schlange. Er schreibt über Antares, den ersten großen Stern, der noch heute im borealem Hemisphäre bis zum 64. parallel Norden sichtbar ist.

Die Beschreibung der Milchstraße ist im Paradies:

 

"So thut, besä’t mit Sternen, groß’ und kleinen,

Galassia zwischen Pol und Pol sich kund,

Von welcher dies und das die Weisen meinen,... "4.

 

Im Paradies gibt es auch die Erwähnung der unendlichen Weisheit des Schöpfers, der dem Himmelsäquator und der Ekliptik die relative Anordnung gab:

 

"Wie, wohlgefügt, der Uhren Räder thun –

In voller Eil’ zu fliegen scheint das letzte,

Das erste scheint, wenn man’s beschaut, zu ruhn" 5.

 

Dann erinnert Dante an die Verschiebung der Jahreszeiten gegenüber den Monaten des Jahres und er schreibt über eine notwendige Reform des Kalenders, die tropike Umdrehung der Sonne schätzet (die Zeit, die die Sonne nimmt von einem Frühlingspunkt zum nächsten, heißt, 365d, 5h, 48‘und 46"):

 

"Doch eh’ der Jänner fällt in Frühlingszeiten

Durch das von euch vergeßne Hunderttheil" 6 .

 

Endlich betrachtet er in einer der Höhepunkte der Reise den ewigen Himmel und die höchste Güte, die göttliche Glück, die Lauterkeit und die Wahrheit in dem exquisiten Gefühl der übermenschliche Gerechtigkeit; er verstehet die unendliche Weisheit und Liebe. Er sieht den Himmel von Almagest und seine sieben Planeten (einschließlich der Mond), und dann kehrt er in das Elend dieses Lebens und in einen Blick geliebten zurück:

 

"Durch alle sieben Sphären warf ich meinen

Blick nun zurück, und sah dies Erdenrund,

So, daß ich lächelt’ ob des niedern, kleinen.

Und jener Rath beruht auf gutem Grund,

Denn die dies Rund verschmähn in höherm Streben,

Nur ihnen wird die echte Weisheit kund.

Ich sah in Glut Latona’s Tochter schweben,

Von jenem Schatten frei, der mir zum Wahn

Vom Dünnen und vom Dichten Grund gegeben.

Dich, strahlenreicher Sohn Hyperions, sahn

Jetzt meine Blicke fest und ungeblendet,

Und um dich Maja’s und Dione’s Bahn;

Dich sah ich, Zeus, der mäß’gen Schimmer spendet

Zwischen Saturn und Mars, auch ward mir klar,

Wie seinen Wechsellauf ein jeder wendet.

Wie groß die Sieben sind, ward offenbar,

Wie schnell sie sind, den Weltenraum durchreisend,

Auch stellte mir sich ihre Ferne dar.

Und mit dem ew’gen Zwillingspaare kreisend,

Sah ich das Plätzlein, das so stolz uns macht,

Mir Land und Meer und Berg’ und Thäler weisend

Dann kehrt’ ich mich zu Ihrer Augen Pracht".

 

Die sind die schönen Augen von Beatrice 7.

 

Noten.

1 "Hinweise der astronomische Lehren der Göttlichen Komödie", Rede von Vater Giovanni Antonelli (Candeglia, Pistoia 1. Oktober 1818-Florenz, 14. Januar 1872) der Frommen Schulen in Florenz, in "Dante und sein Jahrhundert", Florenz 1865.

2 Fegf IV, 67-75. Die Ubersetzung: Carl Streckfuß: Dante Göttliche Komödie; Leipzig; 1876

3 Fegf. I, 13

4 Par. XIV, 97-99.

5 Par XXIV, 13-15.

6 Par XXVII, 142-143.

7 Par XXII. 133-154.

 

Bildunterschriften.

"Dante, Virgil, Cato von Utica und die vier Sterne des Kreuzes des Südens", Zeichnung O. Amadio fur G. Castelli, "Die Göttliche Komödie von Dante Alighieri weit in Prosa übersetzte für den Einsatz des italienischen Volkes" Mailand 1910.